patching
spring / summer 2026
time
Diese annette görtz Kollektion übersetzt Bewegung in Haltung. Muster, Linien, Formen — alles gerät in Fluss und wird zu einer eigenen visuellen Sprache. Ein Tanz der Kleidung durch die Zeit. Zwischen Konvention und Moderne.
Inspiriert von den Choreografien von Pina Bausch trägt die Kollektion ihre Idee von Ausdruck weiter: das Zusammenspiel von Körper und Hülle, von Geste und Stoff. Gedrehte Silhouetten, unterbrochene Nähte, bewusst Unfertiges — nicht als Bruch, sondern als Statement. Konstruktion wird sichtbar – eine poetische Interpretation des Begriffs Deconstructed Romanticism.
Das Styling und die Mehrzahl der Looks folgen dem motto „minimal dandyism“. Layering, Proportion, Selbstverständlichkeit. Maskuline Schneidertradition dient als Ausgangspunkt, entwickelt sich jedoch weiter — nicht enger, sondern präziser. Körperbewusst, ohne den Körper einzuengen.
Ein Hauch eleganter Utilität durchzieht die Kollektion. Inspiriert von den 1920er Jahren in Amerika, wie Dorothea Lange es fotografisch festhielt. Menschen, die aus dem, was da war, Würde formten. Ein Männerhemd wird zum Kleid. Florale Webarten treffen auf Workwear. Kleidungsstücke werden durch Gestern uns Intrepreation neu gedacht Saumkanten werden verlängert, gebunden, gewickelt oder gerafft. Spannung entsteht. Volumen auch. Funktion wird spielerisch verschoben.
Auch die Textilien führen diesen Dialog fort. Patchwork-Tailoring erinnert an die geometrischen Arbeiten von Sean Scully. Streifen und grafische Karos verdichten sich zu selbstbewußten Color-Blocking.
Die Kollektion beinhaltet überwiegend italienische und japanische Stoffe und Garne. Reine Naturfasern — Leinen, Baumwolle, Seide — bleiben das Fundament von annette görtz. Warme Erdtöne bilden die Basis, getragen von Indigo und Schwarz. Changeant-Gewebe und Double-Dye-Effekte bringen erzeigen bewegte Oberflächen, verleihen Tiefe und eine subtile Patina. Staubige Orangetöne und dunkle Rotschattierungen setzen bewusste Akzente.
Denim- und Workwear-Referenzen wirken weich durch fließende Silhouetten. Roughness trifft auf Leichtigkeit. Auf Seide fotografiert, erscheint Arbeitskleidung roh — und zugleich fragil. Ein Trompe-l’Œil-Effekt, der Härte auflöst. Licht selbst wird grafisches Element: Prints, inspiriert vom Moment, in dem man aus der Sonne in den Schatten tritt. Schattenlinien, wandern über das Kleidungsstück.
Details bleiben intim. Silberne Knöpfe, feine Haken, Manschettenknopf-Zitate auf reduzierten Formen. Accessoires folgen derselben Haltung: minimalistische Beutel mit Kordelzug, formbare Gürtel ohne klassische Schließen.
Ein leises, aber klares Schlusswort setzt ein Statement-T-Shirt. Neu interpretiert in ultraleichtem Baumwoll-Polyester, flach plissiert, mit subtiler Knitterstruktur. Der Print: „Die Würde des Menschen“. Spiegelverkehrt gedruckt. Lesbar erst im Spiegel — gerichtet an die Trägerin, den Träger selbst. Eine stille Erinnerung an das, was unverhandelbar bleibt.
Die Kampagne, fotografiert von Alexey Shlyk, führt diesen Gedanken weiter. Bewegung als Sprache. Energie als Haltung. Das Model tanzt, springt, scheint zu fliegen. – Eine Feier dessen, was Menschsein bedeutet.
(THEATER STAGE SET)
(AG CAMPAIGN S/S26)
plain floor, dramatic cloud back drop (a Renaissance etheral golden sunset), Gust of wind (strong gusts to illustrate poetic change)
(LUCA ENTERS STAGE RIGHT)
A woman discovering herself in the surrealisim of setting her own stage.
(DANCING)
utilitarian trench
(BREATHING HEAVILY TO CALM)
light breaks after the storm. settle the turmoil. peace.
standing finding stillness shaped. elegance
(HOLD TIGHT)
time
a rush of energy, the unexpected exhiliration of what is to come
a gust of wind through her hair and across her face
(SHOE TAPING SOUND)
her body levitates
(Scene #3):
life’s whirlwind of a carosel fluid motion movement
tied, twisting tension emotionally mundane quiet theatre faceted
(FRAMED SUNLIGHT)
summer shade
memories.
lightness air
wind breathe.
exhale out
(LEAVE THE STAGE SLOWLY)